OptOutDay – Trag Dich aus!

Der Staat als Adressenhändler? Was vielen unvorstellbar erscheint, und was viele auch nicht wissen – das ist längst Realität.

Jeder ist verpflichtet, dem Meldeamt seine persönlichen Daten mitzuteilen – unter anderem Name, Geburtstag, Anschrift, sowie Informationen zu Kindern, Familienstand und Konfession. Wer nicht widerspricht, gibt diese Daten zum Verkauf frei. Adressbuchverlage, politische Parteien und auch die GEZ sind dankbare Abnehmer. Der erste Schritt zu einer Profildatei über dich ist damit getan. Weitere Daten werden durch die Unternehmen selbst hinzugefügt und mit deinem persönlichen Profil verknüpft. Viele Fälle von Datenmissbrauch haben gezeigt, dass immer neue Begehrlichkeiten bei Unternehmen entstehen und deine Daten alles andere als harmlos oder sicher sind.

  • Wer Unbehagen darüber verspürt, dass ungefragt und ohne dass jemals ein Kontakt zu einem Unternehmen bestand, von diesem personalisierte Werbung ins Haus flattert,
  • wer nicht möchte, dass es allzu einfach ist, ein Einkaufs-, Berufs- oder Bewegungsprofil über ihn anzulegen und mit weiteren Daten, deren Herkunft man nur schwer nachvollziehen kann, zu verknüpfen,
  • wer das Gefühl hat, dass der Werbeanrufer eine Menge über ihn weiß oder
  • wer dagegen ist, dass selbst die Daten seiner Kinder verkauft werden,

hat die Möglichkeit, der Weitergabe seiner Daten durch das Meldeamt zu widersprechen.

Diesen Widerspruch gegen die Datenweitergabe nennt man »Opt-Out-Verfahren«. Man muss sich also aktiv und ausdrücklich austragen, damit die eigenen persönlichen Daten, zu deren Angabe man bei Meldeämtern verpflichtet ist, vom Staat auch tatsächlich geschützt werden.

Diesen Zustand hält die Piratenpartei für falsch. Wir fordern seit Jahren, dass dieses Verfahren umgekehrt wird und ein sogenanntes »Opt-In-Verfahren« daraus wird. In diesem Fall müsste man, wovon die meisten Leute aus Unkenntnis heute schon ausgehen, erst explizit darin einwilligen, dass die eigenen Daten auch weitergegeben werden dürfen.

Solange das noch nicht erreicht ist, machen wir jährlich auf diesen Zustand aufmerksam und klären über die Widerspruchsmöglichkeiten auf – auch in Mecklenburg-Vorpommern.

Nähere Informationen zum OptOutDay am 20. September findest du hier: http://www.optoutday.de

Datenschutz ist Bürgerrecht!

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