Wie ich zu den Piraten kam

waffeln

Ich weiß, ich weiß, Sie werden jetzt bestimmt denken: „Die Piraten – ach, das ist doch nur ein chaotischer Haufen…“ Das habe ich zuerst auch gedacht. Natürlich habe ich die ganzen Schlagzeilen gelesen und natürlich kommt man nicht umhin, sich zu fragen: „Was wollen die eigentlich?“ – „Das sind doch alles nur Computerfreaks!“ – Nein, das sind sie nicht.

Es gibt Familienväter, Angestellte, Arbeitslose, Akademiker unterschiedlichster Bereiche (nicht nur Informatik!) und es gibt auch Frauen, die die Politik der Piraten mitgestalten. Also habe ich mal hinter die Kulissen geschaut und meine ersten Schritte gewagt. Ich bin zu den Stammtischen in Stralsund und Greifswald gegangen und habe so die Piraten im Gespräch näher kennengelernt.

Die nächsten Schritte kamen dann doch recht schnell. Seit Ende September bin ich nun Mitglied und konnte auch gleich das erste große Event mitgestalten. Es stand die Landesmitgliederversammlung am 3. November in Groß Laasch an. Im Vorfeld gab es einiges zu organisieren und auch zu lernen. Für mich war das schon seltsam, denn ich war zuvor nicht sehr politikbegeistert und es fiel mir schon immer schwer, mich mit solchen Themen auseinander zu setzen. Und erst recht das Debakel mit den Wahlen. Ach, war das alles anstrengend. Erst durch den Kontakt mit den Piraten habe ich ein anderes Bewusstsein für Politik entwickelt: Man kann mitentscheiden! Denn als Pirat hat man eine Stimme und kann diese auch nutzen.

Was mich ein bisschen abschreckte, waren die vielen Begriffe und Tools („Werkzeuge“). Da schwirrte einem schon mal abends der Kopf, wenn man von einer Gesprächsrunde nach Hause kam. Doch es gibt viele nette Piraten, die einem dabei helfen, sich mit der Technik zurecht zu finden. Der springende Punkt ist, dass die Menschen neben ihrer Arbeit und Familie nicht viel Zeit übrig haben, um auch noch ehrenamtlichen Tätigkeiten nachzugehen. So ist es auch bei mir, ich bin Studentin und meine Zeit ist ebenfalls begrenzt. Da ist es umso erstaunlicher, wie die Piraten das schaffen. Die Parteimitglieder sind nicht den ganzen Tag zu Hause, viele haben einen kräftezehrenden Job. Sie haben sich technische Innovationen zunutze gemacht und können so mit geringem Aufwand an politischen Entscheidungen teilnehmen. Sie müssen nicht quer durchs Land reisen, um Politik zu machen, sondern sie können sich stattdessen via Internet unterhalten und mittels E-Mails Gedanken austauschen. Sogar Schulungen, Einweisungen, Arbeitsgruppen und Vorstandssitzungen finden in einer Art Telefonkonferenz im Internet statt. Dass da nicht immer alles perfekt abläuft, bestreitet niemand. Einige Male war ich erschrocken, wie rau sich bei umstrittenen Themen einzelne Piraten geäußert haben und so eine hitzige Diskussion entstand. Aber das ist Basisdemokratie. Jeder darf etwas sagen und wenn Sie, liebe Leser, der Meinung sind, dass in Deutschland, Mecklenburg Vorpommern oder in ihrer Heimatstadt oder Gemeinde noch jede Menge getan werden muss, ob bei den Piraten, in der Politik oder in der Gesellschaft generell, dann packen Sie mit an! Nur wenn sie ihre Stimme erheben, können sie auch gehört werden!

Der Text wurde von „Neupiratin“ Susi geschrieben. Das Foto ist von Anna Lena Schiller und steht unter der Lizenz CC BY 2.0.

Was denkst du?

Bitte benutze Gravatar!

Nimm Kontakt zu uns auf!
  1. *erforderliches Feld
 

cforms contact form by delicious:days

x Kontakt