FRACK OFF!

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Sehr geehrter Herr Altmaier, sehr geehrter Herr Rösler,

Deutschland ist gerettet! Endlich verheißungsvolle Mengen günstigen Erdgases aus eigenen Landen! Energie, wohin das Auge blickt, dank der wundervollen Technik des Fracking! Fracking? Kennen Sie gar nicht? Dann lassen Sie mich kurz erklären.

Als Fracking wird eine Methode zur Förderung von Erdgas und Erdöl aus Gestein bezeichnet. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Sand in das Gestein gepresst, um es aufzubrechen (daher auch der Name Fracking) und das Gas und Öl zu lösen. Tatsächlich ist diese Methodik schon gute 70 Jahre alt, allerdings erst seit wenigen Jahren wirtschaftlich zu betreiben und findet in den USA bereits Anwendung. Nun soll auch innerhalb der Europäischen Union großflächig mit dem Fracking begonnen werden. Vor allem Polen steht im Fokus. Aber auch in Deutschland haben sich Wirtschaftsminister Rösler und Umweltminister Altmaier laut Presseberichten gestern auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der das Fracking möglich machen soll.

fracking2Wo nun das Problem sei, fragen Sie sich vielleicht. Nun, Fracking hat diverse unschöne, mögliche Nebenwirkungen. Die genutzten Chemikalien im Fracking-Gemisch sind, soweit sie denn bekannt sind, zum Teil als giftig einzustufen. Ein Großteil des toxischen Cocktails wird wieder abgepumpt und muss endgelagert werden, ein zusätzliches Problem für die Umwelt. Reste des Gemisches verbleiben im Erdinneren. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass Teile der Chemikalien im Grundwasser landen. Die direkte Auswirkungen würde als erstes die lokale Vegetation spüren. Eine weitere Gefahr stellt die Kontamination des Trinkwassers dar. Die Bohrungen verlaufen bis zu 1,5 Kilometer waagerecht. Wie sich die Risse ausbreiten und welche wasserführenden Schichten dabei betroffen sind, lässt sich nicht vorhersagen. Nicht zuletzt führen Fracking-Aktivitäten zu seismischen Aktivitäten in Form von lokalen Minierdbeben.

Während also die Bevölkerung diversen potentiellen Gefahren ausgesetzt wird, um auch noch den letzten Tropfen fossilen Brennstoffs aus dem Erdreich zu quetschen, reiben sich Konzerne wie ExxonMobil bereits die Hände. Konzerne, die für ihre Gewinnerwirtschaftung keinerlei Moral gegenüber der Umwelt oder der Bevölkerung zeigen, sondern die Ausbeutung im Fokus haben. Auf dieser Basis gibt es keine Diskussionsgrundlage mehr. Fracking muss gestoppt werden!

Die Piratenpartei Mecklenburg-Vorpommern setzt sich für eine nachhaltige Energiepolitik ein. Wir lehnen Fracking als Fortsetzung der Erdgas- beziehungsweise Erdölgewinnung ab. Die Piraten wollen eine langfristig sichere und umweltschonende Energie-Infrastruktur. Dies bedeutet eine Umstellung von endlichen Energieträgern auf generative und regenerative Energiequellen. Regenerative Energieträger sollen dabei nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit genutzt werden und nicht in Konkurrenz zu anderen Umweltzielen stehen. Außerdem wollen wir eine transparente dezentralisierte Erzeugerstruktur. Nur so kann eine Partizipation jedes Bürgers erreicht und Monopolstellungen verhindert werden.

In diesem Sinne – #frackoff!

Der Text stammt von der Piratenpartei Groß-Gerau. Das Foto (CC BY 2.0) wurde von Marcellus Protest aufgenommen. Es zeigt einen Protestmarsch in Pittsburgh gegen Fracking. Die Grafik (CC BY-NC 2.0) stammt von Toban B.

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