Wohnungssuchen mit dem Bestellerprinzip wieder menschlich machen – Die Ergebnisse der LMV 2.2013 (4)

wohnraum

Die Mietpreise schießen seit Jahren deutschlandweit, genauso auch in Mecklenburg-Vorpommern, empfindlich in die Höhe. Gerade in größeren Städten und Ballungszentren ist es bisweilen ein Kunststück, eine gleichermaßen gute wie bezahlbare Wohnung zu finden. Ein erschwerender Umstand ist dabei die finanzielle Erstbelastung: Wer seine Wohnung bekommen möchte, muss oft hohe Courtagen für Makler bezahlen, die diese Wohnungen vermitteln.

In unserem heutigen Rückblick auf die Landesmitgliederversammlung am 22. Juni befassen wir uns mit diesem Thema aus der lokalen Wirtschaftpolitik. Wir haben am vergangenen Wochenende in Stralsund folgende Passage in unser Programm aufgenommen:

Die Piraten in Mecklenburg-Vorpommern setzen sich für das Bestellerprinzip bei Immobilienmaklern ein: Wer einen Immobilienmakler beauftragt und dessen Leistungen in Anspruch nimmt, soll ihn auch bezahlen. Dies betrifft Hausverwaltungen und Immobilieneigentümer, aber auch Interessenten, die einen Makler mit der Suche beauftragen. Insbesondere soll eine vertragliche Abwälzung auf die Wohnungssuchenden ausgeschlossen werden.

Mit dieser Position zielen wir besonders auf zwei Punkte ab:

Zunächst ist da der soziale Aspekt. In einer Welt mit immer schneller werdender Taktfrequenz, befristeten Arbeitsverhältnissen und dem Anspruch von hoher Flexibilität stellen Maklercourtagen eine erhebliche Mehrbelastung für Wohnungssuchende dar. Sie wirken auf den ohnehin angespannten Wohnungsmärkten als zusätzlicher Preistreiber. Mit den wachsenden Mietpreisen steigen wiederum auch die Courtagen. So wird es vielen Menschen, insbesondere Familien und Menschen mit niedrigerem Einkommen, stark erschwert, in eine Wohnung umzuziehen, die ihren Bedürfnissen entspricht.

Die andere Seite ist die Öffnung des Marktes. Während die einzelnen Wohnungsangebote heute meist nur exklusiv über einen einzigen Makler angeboten werden, sorgt das Bestellerprinzip dafür, dass viele Wohnungen zukünftig vermutlich maklerfrei beworben werden. Durch die Verlegung der Courtage auf den Beauftragenden müssen sich Vermieter genauer überlegen, über welchen Weg sie ihren freien Wohnraum anbieten. Für Wohnungssuchende verbessert sich damit nicht nur in finanzieller Hinsicht die Suche durch das breitere Angebot coutagefreier Wohnungen.

Mit dieser Positionierung wollen wir auf den angespannten Wohnungsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern reagieren und fordern eine Umstellung auf dieses mieterfreundlichere Prinzip zum Ausgleich der Maklerkosten. Unser gesamtes Programm zur Bundestagswahl 2013 findet ihr unter diesem Link.

Das Foto stammt im Original von  rory.be  und steht unter der Lizenz CC-BY-SA-2.0.

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